Die Einschülerin
Unlängst mußte ich wieder zu einem unserer Kunden zur Einschulung
fahren, da eine neue Mitarbeiterin aufgenommen wurde. Knapp nach dem
Mittagessen, richtig gesättigt und gestärkt, erschien ich in der Firma und
wurde wie immer freundlich mit Kaffee empfangen.
Durch die vielen Kundenkontakte schon etwas abgestumpft, nahm ich die Neue am
Anfang nicht richtig wahr, so sehr fesselt mich meine Arbeit immer noch. Erst
als sie an mir vorbei auf den Bildschirm zeigte, bemerkte ich ihr Parfum,
welches sofort meine Sinne gefangen nahm. Ich mußte mich beherrschen, um nicht
wie ein junger Hund ihren Duftspuren zu folgen - doch meine Aufmerksamkeit war
nun geweckt. Nach und nach stellte ich fest, wie sehr "betriebsblind"
ich doch manchmal schon bin - sie war eine äußerst attraktive Frau!
Ihr Blick streifte den meinen, gerade als ich ihrem Hals entlang andere Regionen
ihres Körpers erfassen wollte. Verstehend senkte sie ihren Blick, leicht errötend,
aber offenbar doch geschmeichelt. Nur leicht veränderte sich der Klang ihrer
Stimme, als sie die nächste Frage stellte, doch das genügte bereits, um ihre
Gesicht neuerlich mir einem Hauch von Rotschleier zu überziehen.
"Entschuldigen sie, wenn ich so blöd frage, aber ich habe noch nie mit
einem Computer gearbeitet" meinte sie entschuldigend. "Aber das macht
doch nichts!" antwortete ich - "Dafür bin ich doch da."
"Nur dafür?" fragte sie weiter und blinzelte mir leicht zu. Jetzt war
ich etwas überrascht - so direkt hatte ich ihre Frage nicht erwartet. Ein
leichtes Funkeln in ihren braunen Augen raubte mir dann endgültig den Verstand,
so daß ich selbst etwas heiser wurde. "Machen wir eine Pause?" fragte
sie darauf - "Wollen Sie auch einen Kaffee, oder darf es etwas stärkeres
sein?"
Wir einigten uns dann doch auf Orangensaft, da erst der halbe Nachmittag
vergangen war. In der Betriebskantine stellte sie zwei Gläser auf den Tisch und
schenkte direkt neben mir ein, so daß mir wieder ihr wundervolles Parfum in die
Nase stieg. Diesmal bemerkte sie, wie ich intensiv einatmete - doch lediglich
ein wissender Blick zeugte von ihrer Erkenntnis. Vielleicht war es nur
Einbildung, aber sie schien sich kurz an meinen Arm zu drücken - doch bevor ich
noch irgendwie reagieren konnte, drehte sie sich bereits wieder weg, um den Saft
zurück zu stellen.
In dieser Art und Weise verging dann der restliche Nachmittag wie im Flug - eine
kurze Berührung von ihr, wenn sie auf dem Bildschirm die Stelle zu ihrer Frage
anzeigte, ein tiefes Einatmen von mir, wenn ihr Körper in meine Nähe kam.
Immer öfter und intensiver trafen sich unsere Blicke, je später es wurde. Als
dann schließlich ihr Chef kam und fragte, ob sie dann die Firma versperren würde,
er ginge jetzt, waren wir nur mehr ins Gespräch vertieft und unsere Blicke lösten
sich gar nicht mehr vom anderen.
Überrascht sahen wir auf die Uhr und stellten fest, daß es schon sehr spät
war. Noch überraschter war ich, als sie mich dann fragte, ob ich gerne mit ihr
Abendessen würde - natürlich sagte ich mit Freuden zu. Aber sie ließ mich
nicht aus der Überraschung heraus - "bei mir"! Wer hätte da wohl
nein sagen können - bei so einer charmanten Einladung! Also folgte ich ihrem
Wagen und fuhr mit zu ihrer Wohnung. In dieser angelangt entschuldigte sie sich
kurz, um etwas auf den Herd zu stellen. Während ich mich noch umsah,
streichelte mir eine Katze um die Beine, die ich nur zu gerne zu streicheln
begann. Dabei waren meine Gedanken etwas auf anderen Wegen, denn ich bemerkte
gar nicht, daß sie schon wieder in der Türe stand.
"Zu Tisch, es ist angerichtet!" lachte sie mir zu und weckte mich
damit aus meiner Trance. Sogar umgezogen hatte sie sich in der Zwischenzeit -
ihr unvorteilhaftes Bürokleid hatte sie gegen ein enganliegendes Abendkleid
gewechselt, wodurch es mir immer mehr die Sprache verschlug.
Fasziniert sah ich ihr zu, wie sie die Speisen auf unseren Tellern verteilte,
als sie plötzlich eine Frage stellte: "Was passiert, wenn ich jetzt ENTER
drücke?". Schlagartig wachte ich aus meinen Träumen auf und stellte fest,
daß ich noch immer bei unserem Kunden saß und eben die neue Einschülerin kam.
Ihr Parfum stieg mir in die Nase und ihre funkelnden braunen Augen blitzten mir
verführerisch entgegen, während sie ihre schlanke Hand über die Tastatur
senkte ....
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