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Begonnen hatte sie mit dem Montag - ein Montag, der wie viele andere
davor auch den üblichen Morgenstau mit sich brachte, die grauen
Gesichter in den Autos auf der Straße und das Gedränge in den Öffis.
Einfach ein typischer Montag Morgen, wie viele andere auch - und doch
eine Kleinigkeit anders als die anderen.
Freudig bewegte ich meine müden Knochen in Richtung Firma, denn diese
Woche sollte ich ja so einiges erhalten - neben einem neuen
(gebrauchten) Auto die Sitzgarnitur für die neue Wohnung, aber vor
allem bis Mitte der Woche endliche einen neuen Computer, hinter dem ich
in Zukunft nicht mehr schlafen würde während irgend ein Systemdienst
im Hintergrund die Daten prüfte, bei dem mir nicht nach kurzer Zeit
bereits die Augen schmerzten hinter dem kleinen Bild, und der auch noch
meine Kompositionen und Liedereingaben spielen konnte, während ich
nebenbei an den Fehlern arbeitete.
Erwartungsvoll betrat ich nun an diesem Montag die Firma, um vom Büro
aus gleich den Lieferanten anzurufen, bei dem ich den Compi bestellt
hatte. Kaum im Büro traf mich der "übliche"
Montagmorgenschwall von Mails, Anrufen auf der Voicebox und weiteren
Anrufen bereits zwischendurch - scheinbar verlernen alle übers
Wochenende, wie sie ihr Gerät richtig bedienen. Nun egal, mit den
freudigen Erwartungen im Hinterkopf ging der Vormittag nur halb so
schwer von der Hand und bereits um die Mittagszeit hatte ich die
notwendigen fünf Minuten Luft, um nach dem Erwarteten zu fragen.
Direkt hatte ich die zuständige Urlaubsvertretung am Apparat und freute
mich bereits, als sie mir den Liefertermin bestätigte "ja, am
Mittwoch ist es da, das Gerät" - ich hakte nach "Vormittags
oder Nachmittags?". Etwas verwundert lauschte ich ihrer Antwort
"fragen Sie bitte am Montag nochmals nach, da kann ich Ihnen auch
darauf bereits Antwort geben!" - und fiel aus (nahezu) allen
Wolken, als auf meine Rückfrage "aber wir haben doch heute
Montag?!?" die Antwort kam "nein, ich meinte nächste
Woche".
Nach ein paar klärenden Worten fand ich meine Befürchtung bestätigt,
daß der zugesagte Liefertermin gleich um eine Woche verschoben worden
war - ohne daß mensch mich verständigt hätte. Nachdem ich meinen
"alten" bereits einem sozialen Verein versprochen und die Übergabe
zum kommenden Wochenende vereinbart hatte (ohne daran zu denken, daß
weder der Verein noch ich selbst da sein würde/n ...) stellte diese
Verzögerung für mich ein doch recht gravierendes Problem dar. Selbst
mit weiteren "haben Sie denn kein Vorführgerät?" und
"wo liegt der Rechner, ich hole ihn ab!" konnte ich die nette
Dame am anderen Ende nicht dazu bewegen, vom Mittwoch der Folgewoche
abzuweichen - im Gegenteil, je länger wir sprachen, um so mehr begann
sie in Richtung "vielleicht auch erst Donnerstag" zu
tendieren.
Nach dem ersten Schrecken begann ich mich sofort nach einem
"Ersatz" umzuhören und wurde tatsächlich nach einigen zig
Minuten auch fündig - sogar noch am selben Tag könne ich das Gerät
haben, die Ausstattung war in etwa gleich und der Preis sogar eine
Kleinigkeit günstiger, also sagte ich zu und ließ den ersten Händler
"im Regen stehen" (was die nette Dame am Telefon auch verstand
und akzeptierte, sie entschuldigte sich sogar trotzdem nochmals). Also
etwas früher gegangen (nach den dazu notwendigen Diskussionen), Gerät
abgeholt, einer weiteren Freundin den Abend abgesagt, da ich das
"Kastl" natürlich nicht gerne unbeaufsichtigt im Auto stehen
lassen wollte - und ab nach Hause, wo ich ihn natürlich auch gleich
ausprobieren wollte.
Bildschirm aufgestellt - mit dem "alten" ausgetestet, erste
Freude wirken lassen, in Ruhe den zweiten Karton aufgemacht, Compi an
die Stelle des Alten hingestellt - und sofort trat die große Ernüchterung
ein, denn Tastatur und Maus des "Alten" waren nicht passend.
Also hatte ich den Karton durchwühlt und war halb an den Rand des Ärgerns
geraten, als ich feststellen mußte, daß für den Neuen weder Tastatur
noch Maus im Lieferumfang inbegriffen (und daher natürlich auch nicht
dabei) waren!
Nun gut, immerhin war ja der neue Monitor da und funktionierte
hervorragend, so daß ich bereits einen Vorgeschmack auf das neue
Sehvergnügen genießen konnte - gleich ein paar Bilder aus meiner
Fotosammlung angesehen und von der Größe beeindruckt (trotz der langen
Ladezeiten) ging ich dann endlich schlafen.
Dienstag - ein neuer Tag, ein neuer Versuch brach an. Auf dem Weg zur
Firma schaute ich noch rasch in der Werkstatt vorbei, um die letzten
Papiere für mein neues (gebrauchtes) Auto zu unterschreiben, freute
mich bereits wieder auf den Abend - und fluchte so richtig lauthals über
den Stau, den eine neue Baustelle verursachte und der mich zu spät in
die Arbeit kommen ließ.
Nach einem klärenden Telefonat Tastatur und Maus betreffend vereinbarte
ich den Nachkauf derselben für den frühen Abend, verbrachte den Tag
halbwegs streßfrei mit Arbeit und Diskussionen mit Kolleginnen
("habe ich doch nie so gesagt" mit Ergebnis "äh, tja,
sie hatten recht, Hr. Fuchs") - und irgendwann wurde es tatsächlich
Dienstschluß und ich beeilte mich, noch vor Geschäftsschluß die
Filiale zu erreichen. War auch kein Problem, auch der Parkplatz war
sofort gefunden (dank sei den Parkpickerl Bezirken ) - Tastatur
und Maus waren rasch gekauft und schon ging es in Richtung Werkstatt, um
das neue Auto auch noch abzuholen.
Ich freute mich schon, wie glatt alles lief - das Auto war bereit, die
Papiere ebenfalls "eigentlich viel zu glatt die ganze
Geschichte" dachte ich noch, als ich auf die Tankuhr blickte. Naja,
eh klar, war leer - aber ich war ja ohnehin auf einer Tankstelle, also
rasch getankt (schon wieder teurer der Sprit - und die Öffis haben
immer noch keine sinnvolle Verbindung auf meiner Hauptstrecke
Klosterneuburg - 14. Bezirk, vor allem nach Mitternacht). Irgendwas
sagte mir, daß ich noch rasch eine Runde drehen sollte, um das Auto
etwas besser kennen zu lernen - und es war gut.
An der nächsten Kreuzung stellte ich mich zum Abbiegen an, um in
Richtung heimwärts zu fahren, hielt natürlich vor der Ampel - und
wunderte mich, welcher Wagen denn schon wieder die Luft verpestete, denn
am Wagen vorbei zog eine graue Abgaswolke nach vorne. Als die Dame im
Nachbarwagen mich bös anblickte, mußte ich zu meinem Schrecken doch
tatsächlich feststellen, daß ich es war, der diese Wolke produzierte -
meine Stimmung dabei kann sich wohl jede/r vorstellen!! Auf dem Weg
retour fuhr ich natürlich sofort zurück in die Werkstatt und
schilderte das Problem.
Doch wie verhext - nach dem neuen Starten blieb der Auspuff sauber wie
ein Ventilator, kein bißchen Rauch oder sonst etwas war festzustellen,
sogar die sofort neuerlich geprüften Abgaswerte waren brillant! Etwas
verärgert über die verlorene Zeit (war vermutlich nur vom langen
Stehen des Wagens) konnte ich dann endlich nach Hause, um mich nun über
den neuen Compi herzumachen - ich wollte ihn ja endlich auch nutzen!
An die notwendige Besichtigung des Autos durch die Familie anschließend
konnte ich mich (nun doch schon recht fortgeschritten im Verlauf des
Abends) diesem zuwenden, was ich auch tat. Also wieder den Alten weggeräumt,
den Neuen aufgestellt (nicht ohne vorher noch die Datensicherung der
Differenzdateien irrtümlich zu löschen und somit händisch alle geänderten
Dateien suchen zu müssen), Tastatur angeschlossen, Maus angesteckt, und
schon war der nächste Stolperstein da - das Netzteil bot keine Möglichkeit,
den Monitor anzustecken! "Macht nix" dachte ich mir,
"schließt' ihn halt direkt an" - also den Karton vom Monitor
wieder aus dem Keller geholt, durchwühlt - und ... Na klar, war nix -
kein zweites Kabel, einfach nichts.
Nachdem die Nachbarn beruhigt waren (die durch meinen
Verzweiflungsschrei in wenigen Sekunden da waren) und die dadurch
bedingte Plauderviertelstunde ebenfalls "erledigt" war, machte
ich mich sofort an die Arbeit und montierte einen neuen Stecker auf das
Kabel, womit auch diese Hürde nun genommen war. Endlich - endlich
erhielt ich das erste Bild meines neuen Computers - er sprach mit mir
"Non System disk - replace and press any key to continue".
Konnte mich nicht wirklich erschüttern, nein - ich schrie nicht mehr,
sondern begann sofort den Stapel an Disketten nach einer bootfähigen zu
durchstöbern, welche ich nach nicht mal fünf Minuten sogar fand! Zwar
war sie uralt und (er-)kannte das neue 16fach CD-Laufwerk nicht, aber
auch das konnte mich nicht wirklich erschüttern, nach weiteren 10
Minuten war ein Treiber gefunden, der es zumindest ansteuern konnte,
damit die Installation beginnen könne. Aber eines war vorher noch zu
tun - aus dem alten Rechner ein wenig der Hardware auszubauen und in den
neuen hinein zu stecken - das könnte doch nicht so problematisch sein,
dachte ich zumindest.
Also beide Rechner aufgeschraubt, Platten, Scanner und Sound Karten
ausgebaut, in den neuen eingebaut - versiert, wie ich nach 16 Jahren
Datenverarbeitung bin, natürlich sofort getestet - und: "... not
found" (die Platten). "Naja, inkompatibel, kennt man ja"
dachte ich mir - und versuchte eine andere Reihenfolge. Tatsächlich,
der Compi erkannte die zweite Platte, also nun zur dritten. Wieder das
selbe Spielchen, nur daß nach dem Ausbau der bereits funktionierenden
auch diese nicht mehr lief. Also nochmals alleine angeschlossen - und
siehe da, "er" kannte sie! Also die zweite dazu - und schon
war's wieder vorbei mit "schön" - auch die erste Platte war
wieder futsch. Zweite abgehängt - erste blieb futsch, zweite alleine
angehängt - nichts da, Original Platte wieder angeschlossen, lief -
usw. usf.
Nach einer weiteren halben Stunde, inzwischen war es bereits halb zwölf,
schien es, als ob sämtliche Platten des alten Systems im neuen Rechner
nicht laufen würden (inklusive der einen, die ich erst letzte Woche neu
gekauft hatte, da eine andere Platte den Geist aufzugeben schien). Also
nochmals am alten Rechner getestet (könnten ja beim Ausbau defekt
geworden sein, zwar äußerst unwahrscheinlich, aber immerhin möglich)
- und siehe da, es liefen restlos alle!!
So, langsam spitzte sich meine Geduld ziemlich aufs Ende hin zu,
immerhin war es bereits weit nach zwölf und ich mußte ja auch ein
wenig schlafen (dachte ich) - trotzdem versuchte ich nochmals, alle drei
Platten und das CD-Laufwerk gleichzeitig anzuhängen - und, oh Wunder,
plötzlich war alles da!! Also den Rechner wieder zusammengebaut (auch
die Karten, die ich inzwischen als mögliche Ursache ebenfalls wieder
entfernt hatte) - eingeschaltet - eh klar, nichts mehr da.
Auf Grund der Uhrzeit erstickte ich meine inzwischen recht hysterischen
Schreie im Kopfpolster, trotzdem dürften die Nachbarn etwas gehört
haben, denn ein Klopfen an der Wand brachte mein klares Denken wieder
zurück. Mit aller Schärfe meines Verstandes begann ich die noch
verbleibenden Ursachen zu durchleuchten - und gegen zwei Uhr früh hatte
ich dann tatsächlich auch Erfolg - eines der Stromkabel für die
Laufwerke hatte einen Wackelkontakt! Nach der Überlegung, ob ich den
Verfall der Garantie für die Lösung in fünf Minuten (einmal löten
des Kabels) in Kauf nehmen sollte und dem zeitgleich stattgefundenen Lötvorgang
war es dann endlich soweit - ich konnte mit dem Einspielen der Saftware
anfangen!
Müßig zu erzählen, daß ich dann um fünf Uhr früh nach ein paar
weiteren Hürden, die der SCSI Controller bereitete, endlich zum ersten
Mal wieder im Internet "erscheinen" konnte (allerdings noch
nicht wieder in der BlackBox, da ich ja die Mails über den nicht
funktionierenden SCSI Adapter nicht rücksichern konnte und SoftArg auch
keine Zusammenführung verschiedener Datenbestände ermöglicht). Aber
fertig (im Sinne von alles wieder drauf) bin ich offenbar noch lange
nicht, denn nun fehlt immer noch mein Sicherungsgerät - und ohne dem
werde ich wohl kaum die Daten wieder in den Compi hinein bekommen ....
Zum gestrigen Tag gibt's nicht ganz so viel zu erzählen, außer, daß
eine dreiviertel Stunde vor Arbeitsende mein Vater anrief und mir
mitteilte, daß er meine neuen Möbel (die er netter Weise für mich aus
Stockerau abgeholt hatte) inzwischen in den Garten gestellt hätte, da
er seinen Combi-LKW leer brauchen würde und am Abend etwas vor hätte.
Tja, das war dann der Auslöser, um diese Erlebnisse mal aufzuschreiben
- doch kaum war ich fertig und wollte sie senden, stellte sich heraus,
daß die Platten der Box mal wieder voll waren und ich nicht mal ein
klitzekleines Mail versenden konnte. War ja auch egal, wen interessiert
denn schon, was bei mir so vorfällt - oder? Und das, obwohl ich am
abend mit der am Montag bereits "versetzten" Freundin und noch
ein paar anderen gemeinsam in den Prater gehen wollte - aber es war ja
auch erst die erste Hälfte dieser Woche, mal sehen, wie's weiter geht
...
Mit bangem Erwarten fuhr ich dann heim und fand die Möbel tatsächlich
auch noch vor - und trocken waren sie auch noch! Also den Bruder
eingespannt, das Wohnzimmer damit voll gestellt (durchgehen kann ich
gerade noch) und wieder auf den Compi gestürzt, um nun endlich wieder
in die BB zu kommen. Nach nicht mal 20 Minuten war es dann endlich so
weit, daß ich auch diesen "Fehler" finden konnte - ich mußte
doch tatsächlich nur den Controller und die Grafikkarte untereinander
vertauschen und schon funktionierte alles, wie es sollte!
Wider Erwarten schaffte ich es dann sogar, ohne Probleme einen Teil der
gesicherten Daten wieder zurück zu spielen - auch das ElBa (electronic
banking) funktionierte (der Kontostand warf mich zwar ein wenig von den
Socken, aber was soll's) - und schlußendlich schaffte ich es sogar,
mich wieder in die BB einzuwählen und die Mails der letzten Tage zu
laden! Voller Freude stieg ich online ein, "traf" ein paar
FreundInnen und freute mich über den gelungenen Abend.
Doch irgendwie war's das noch nicht ganz - denn nun ging mein Internet
Zugang nicht mehr, das Wohnzimmer ist vollgeräumt (muß die Möbel noch
auspacken und aufstellen), ein sehr lieber Freund hat die BB verlassen,
die Mutter einer nahen Freundin liegt wieder im Spital - und mein
Schlafbedürfnis ist inzwischen recht hoch geworden, da mir ja schon
einige Stunden fehlen. Aber Hauptsache in der Firma läuft alles - bis
jetzt zumindest (und abgesehen vom Kaffeeautomaten, der den Kaffee
grundsätzlich ohne Becher ausschenkt - also mal rasch die Hände
hinhalten und versuchen, etwas zu ergattern) - denn das würde mir
gerade noch fehlen .....
GF © 07.08.1997
Anmerkung des Autors: "Die BlackBox (BB)" ist ein Wiener BBS -
inzwischen auf http://www.blackbox.net
inetrnetfähig aufbereitet
 
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