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Regenwolken mit Sonne
Geburtstag im RegenWEBCounter by GOWEB


Eigentlich wollten sie ihn ja feiern, seinen 31er - mit einem Picknick im Grünen, während der Abendstimmung - und dabei den Sonnenuntergang verfolgen und die Sterne genießen. Eigentlich - denn nun hatte ihnen der Regen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.

Ein wenig mürrisch sah er aus dem Fenster in das Grau des Himmels, als er die Firma verließ - es würde nichts werden aus der netten Feier, dem romantischen "Dinner für zwei", das er sich erhofft hatte - schade eigentlich, aber irgendwie war er es ja schon gewohnt, daß ihm das Leben immer wieder solche Fallen stellte.

Vor wenigen Tagen erst hatte es ihm mitten in der Nacht, 150 km von der Wohnung entfernt einen Kolbenreiber beschert - in der Woche darauf mußten die Reste des Zahns, der eigentlich nur gezogen werden sollte, operativ entfernt werden - und am Wochenende davor war er bei vier von fünf vereinbarten Terminen einfach "versetzt" worden. Also - nichts neues, daß es nicht so klappte, wie er es wollte - trotzdem war er immer noch guter Laune, fühlte sich wohl in seiner Haut, freute sich des Lebens - denn der Regen ließ ja immerhin das Gras wachsen und die Lichtstrahlen der Straßenlaternen, die sich in den kleinen Tropfen spiegelten, ließen diese fast wie Diamanten auf seiner Scheibe erscheinen und erhellten so sein Gemüt.

Langsam fuhr er heim, freute sich dabei, daß er ausnahmsweise einmal pünktlich Schluß machen konnte, daß keine überraschenden und unangekündigten Überstunden auf ihn warteten, als es plötzlich einen Knall gab und der Wagen ein wenig zu schleudern begann. Vor Schreck ein wenig zitternd brachte er das Fahrzeug zum Stillstand und wollte bereits laut fluchend aussteigen, als ein ausgewachsener Dobermann bellend über die Wiese zum Auto heran lief und drohend die Zähne fletschte.

"Das kann doch nicht wahr sein!" dachte er und überlegte, was er tun solle. Während er zum Handy griff, fiel ihm ein, daß er ja gar nicht die Notrufnummern in diesem Land kannte - und langsam gesellte sich zu der Kälte im Wagen auch ein klein wenig Panik. Minuten vergingen, wurden zu Viertelstunden - und nicht einmal ein anderer Wagen kam vorbei, dem er winken konnte - lediglich der Hund stand vor seiner Türe und bellte ihn weiter an.

Da kam ihm ein Gedanke - in seiner Tasche hatte er ja noch etwas Wurst! Also beugte er sich nach hinten, kramte in dieser, fand sie, kurbelte das Fenster ein ganz klein wenig nach unten - aber der Hund wollte die Wurst nicht und begann nur noch schärfer zu bellen!

Da schien nun guter Rat teuer - zu dem Frösteln in der Kälte gesellte sich auch noch ein wenig Sorge, was denn "sie" dazu meinen würde, daß er nicht nur nicht käme, sondern auch nicht mal anrufen würde - da viel ihm wieder das Handy ein. Er wählte, wartete, aber - wo war sie denn? Hat sie tatsächlich nicht einmal die paar Minuten gewartet, die er nun schon zu spät ist? Doch nein, sie war tatsächlich nicht mehr da - niemand ging an den Apparat, niemand beantwortete den Anruf.

Immer kühler wurde es im Wagen, immer aussichtsloser schien die Situation - der Regen wurde langsam etwas flockig, schien in einen Schneeregen über zu gehen - und das am Anfang des Wonnemonats! Auch der Hund vor der Türe schien sich darüber nicht besonders zu freuen - aber er ließ ihn nicht aussteigen, blieb weiter vor der Türe sitzen und bewachte den Wagen.

Mehr und mehr fühlte er die Verzweiflung in sich hochsteigen - da kam plötzlich eine Gestalt durch den Schneeregen über die Wiese herunter gelaufen und rief den Hund zu sich - eine junge Frau, eingepackt in einen dicken Regenmantel. Wie ein Engel erschien sie ihm in dieser Situation, sie entschuldigte sich sogar für den Hund und meinte "Haben Sie eine Panne - kann ich Ihnen irgend etwas helfen?!". Gentlemanlike winkte er ab, doch sie ließ sich nicht beirren, band den Hund mit der mitgebrachten Leine an einen der Begrenzungspflöcke und half ihm beim Wechseln des Reifens.

Ziemlich verschmutzt und auch durchnäßt waren sie nach kurzer Zeit mit dem Radwechsel fertig und so fragte sie "möchten Sie sich nicht noch ein wenig aufwärmen, bevor Sie weiter fahren?!". Dankend versuchte er die Einladung abzulehnen - immerhin würde ja seine Bekannte mit einer kleinen Geburtstagsfeier auf ihn warten - doch das bestärkte sie nur noch mehr: "Geburtstag haben Sie? Dann müssen Sie auf jeden Fall kurz mit hinein kommen - wir sind gerade mit der Abfüllung unserer eigenen 'Geburtstagsmischung' fertig geworden, die müssen Sie einfach probieren!!"

Sie nahm ihn einfach am Arm und zog ihn über die Wiese und den Hügel mit zu dem Haus dahinter. Den Hund sperrte sie noch rasch in den Zwinger neben dem Haus, dann waren die beiden schon drinnen. Wohlig warm strömte ihm die Luft entgegen, als er die Stube betrat - und als sie den Regenmantel ablegte, wurde ihm gleich noch ein Stück wärmer - so eine schöne Frau hatte er lange nicht mehr gesehen!

Während er sie noch bewunderte fragte sie "Sie sind aus Österreich, wie ich an Ihrem Kennzeichen sehe?! Wo kommen Sie denn her, was hat Sie denn in unsere Gegend verschlagen?". Er erzählte ihr, daß er schon seit einigen Wochen hier arbeiten und wohnen würde, während Sie eine Flasche mit einer glasklaren Flüssigkeit und zwei Gläsern auf den Tisch stellte. Während sie einschenkte, bewunderte er wieder ihre ausgezeichnete Figur und fragte sich, ob sie denn schon vergeben sei.

"Prost" meinte sie, "alles Gute zum Geburtstag!" und weckte ihn damit aus seinen Gedanken. Er griff zum Glas, prostete zurück, nahm einen Schluck - und fiel fast vom Stuhl, so scharf war dieser Schnaps. "Oh, entschuldigen Sie - ich hätte Sie vielleicht warnen sollen, unser Doppelbrand ist sehr stark - ich hoffe, es acht nicht zu viel?!" meinte sie mit einem Lächeln, das ihm erst recht den Atem verschlug - was wollte sie denn von ihm?

Liebevoll half sie ihm, die doch ein wenig "versprühte" Flüssigkeit abzutrocknen - ihm kam es vor, als ob sie ihn streicheln würde dabei - und sah ihm dabei immer wieder tief in seine Augen. "Das gibt's doch nicht!" dachte er sich - "sie verführt mich ja regelrecht!". Während er noch überlegte, ob ihm das eigentlich gefallen könnte, ergriff sie bereits wieder die Initiative - "Ihr Gewand ist durch den Schmutz und die Nässe aber auch nicht mehr ganz in Ordnung - ziehen Sie es doch bitte aus, damit ich es Ihnen rasch reinigen kann!".

Nun war er völlig perplex - so einfach konnte er sich doch nicht vor ihr entblößen?! Doch sie hatte seine Gedanken längst erraten und meinte "Nebenan ist eine Gästestube, da können Sie sich ganz ungeniert entkleiden - geben Sie mir Ihre Sachen dann bitte durch den Spalt, ich reinige und bügle sie rasch, dann sind sie in ein paar Minuten wieder völlig in Ordnung!"

Ohne eine Widerrede zuzulassen schob sie ihn in das Zimmer und fragte nach ein paar Minuten, ob er denn schon fertig sei. Er öffnete die Türe einen Spalt, reichte ihr Hose und Sakko durch diesen - und bemerkte beim schließen derselben, daß direkt an seiner Seite ein großer Ankleidespiegel stand, durch den sie ihn ganz gesehen haben mußte. Knallrot wurde er, als ihm klar wurde, daß die vorangehenden Momente und Eindrücke nicht ohne Spuren an ihm vorüber gegangen waren, denn seine Unterwäsche hatte eindeutig Probleme damit, diese Spuren zu verdecken.

Doch sie begann draußen an seinen Kleidern zu werken, als ob nichts gewesen wäre, während seine Gedanken langsam aber sicher zu einer Achterbahn wurden. Lüsternheit und Pflichtbewußtsein wechselten einander ab - immerhin wartete ja seine Bekannte vermutlich doch auf ihn, auch wenn er sie telefonisch nicht erreicht hatte! Eine Minute verging nach der anderen, durch die Türe hörte er, wie die schöne Frau in der Stube werkte - und endlich klopfte sie wieder an der Türe, um ihm seine Sachen zurück zu geben.

Er hatte sich in der Zwischenzeit durch die Kälte wieder beruhigt und so dachte er nichts böses, als er die Türe wieder öffnete. Doch als er sie sah, wie sie (wohl wegen der Temperaturen in der Stube) die Bluse ziemlich weit geöffnet hatte und auch ihr Gesicht (wohl durch die Anstrengung) einen rosa Farbton dazu bekommen war, da konnte er sich fast nicht mehr halten.

Seine Augen verschlangen sie fast, zogen sie dabei halb aus - und sein vorheriges Problem begann sich wieder zu melden. Sehr nahe kam er ihrem Kopf, als er sich hinaus beugte, um seine Kleider wieder an sich zu nehmen - viel näher, als er eigentlich mußte. Tief blickte er in ihre Augen, während seine Hand versuchte, Hose und Sakko zu erreichen - doch scheinbar trübte die Situation seine Erinnerung, denn plötzlich fühlte er die Wärme ihrer Hüfte an Stelle seiner Kleidung.

Verwirrt blickte er nach unten, an der halboffenen Bluse vorbei und bemerkte, daß sie ihn scheinbar absichtlich in die Irre geleitet hatte - denn nun hielt sie die Kleidung völlig auf die Seite und lächelte ihn schalkhaft an. Unfähig, noch einen einzigen logischen Gedanken zu fassen, öffnete er nun die Türe, um sie in den Arm zu nehmen und sie zu spüren - denn das schien sie genau so wie er zu wollen.

Ein lautes Hupen ließ ihn aufschrecken - verwirrt blickte er aus dem Fenster seines Wagens und erkannte, daß er offenbar ein geträumt hatte, denn ein vorbeifahrender Wagen wich gerade einer Gestalt aus, die auf seinen Wagen zu ging, vor dem immer noch der Hund saß. "Sch*** Geburtstag - zuerst der Regen, dann die Panne und der Hund - und nun so ein toller Traum und gerade, wo ...." dachte er noch, als er durch die nasse Scheibe das Gesicht der Person sah - und erkannte, daß es die wunderschöne Frau war, von der er eben noch geträumt hatte.

"Haben Sie eine Panne - kann ich Ihnen irgend etwas helfen?!" fragte sie noch während er ausstieg, entschuldigte sich für ihren Hund und band diesen mit der mitgebrachten Leine an einen der Begrenzungspflöcke neben der Straße fest, um ihm beim Wechseln des Reifens zu helfen ....


GF © 05.05.1998

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