Gedanken zu Adoption und Patchworkfamilie

Gedanken zu Adoption und Patchworkfamilie

Durch einen Film, den ich dieser Tage sah, kam ich dazu, mir Gedanken zu Adoption und modernen Patchworkfamilien zu machen. Beide haben einiges gemeinsam – oft sind es hier wie da die Beziehungen zu Kindern, die kompliziert werden können. Einerseits fühlt man wie als leiblicher Elternteil – das Kind soll es auch nie anders empfinden. Andererseits ist da die Frage, ist es dem Kind zu sagen oder nicht? Nämlich, daß es da noch jemanden gibt, einen leiblichen Verwandten.

Und damit stellt sich dann die Frage – ist es eine Lüge, ein Kind wie das eigene Aufzuziehen? Ist es in eine Lüge, den Enkelkindern ein guter „Grandpa“ zu sein? Das wohl kaum. Aber ist es dann eine Lüge, dem Kind nicht – oder zumindest nicht zu früh – die „Wahrheit“ vorzuenthalten?! Wann – und ob – ist es überhaupt „richtig“, ein Kind mit dieser vielleicht verstörenden „Wahrheit“ zu konfrontieren?! Wenn der Kontakt zu den leiblichen Vorfahren und Verwandten gegeben und halbwegs gesund ist, wird sich das wohl nicht zu einem Problem ausdehnen – aber was ist, wenn dieser Kontakt nicht möglich oder nicht erwünscht ist? Bei einer Adoption ist das ja nur unter sehr strengen Auflagen möglich – in den modernen Patchworkfamilien kommt es aber doch leicht zu ähnlichen Situationen, und die Einsicht von leiblichen „Eltern“ ist da nicht immer gegeben. Da wird durchaus schon mal der eigene Wunsch vor die Bedürfnisse des Kindes gestellt – und das Kind muß darunter leiden, wird innerlich hin- und her- und machmal sogar völlig zer-rissen.

Ich habe Enkelkinder, die einer solchen Patchworksituation entstammen. Zum Glück ist hier ein sehr gutes Verhältnis zum Vater meiner – emotionalen – Kinder gegeben. Unsere Kinder und unsere Enkelkinder werden es daher nicht erleben, daß sie sich „entweder oder“ entscheiden müssen. Oft ist das aber völlig anders, oft wird die Trennung bitterböse ausgetragen und Kinder sogar instrumentalisiert, um dem anderen besonders weh zu tun. Daher bin ich so froh, daß es bei uns „läuft“.

Bei all diesen Vartianten bleibt nur weiter die Frage: Sage ich es den Kindern, daß wir nicht (leiblich) verwandt sind? Wenn ja, wann und wie? Wenn nein, warum nicht?

Was meint ihr so dazu – hinterlasst mir doch Kommentare oder sendet ein Mail

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